Kinderfreizeit Grafenbuch

„Gott malt in bunten Farben“ – So lautete das Motto unserer Kinderfreizeit in den Sommerferien in Grafenbuch. 32 Kinder erlebten auch wirklich eine „bunte“ Woche mit Indianern, Feen, Elfen, Drachen, Piraten u.v.m. Und so waren wir oft im Wald unterwegs auf Suche nach verlorenen Schätzen oder Zauberern, haben Büffel gejagt, Lager gebaut, eine Piratenausbildung durchlaufen oder einem Förster in stockdunkler Nacht geholfen den Wald wieder zu heilen. Das war ganz schön gruselig, aber für viele Kinder ein Highlight der Freizeit.
Doch beginnen wir von vorn. Um 14 Uhr starteten wir mit vollbeladenem Reisebus zum Dekanatsjugendhaus im schönen Grafenbucher Forst, irgendwo im Nirgendwo zwischen Altdorf, Neumarkt und Hersbruck. Das Wetter gut, Kinder bei bester Laune, Mitarbeiter bis an die Haarspitzen motiviert 🙂 Nach dem Einrichten der Zimmer stand erst mal das Kennenlernen des Hauses per Ralley und natürlich der Kinder und Mitarbeiter untereinander auf dem Programm. Die Zeit verflog, und schon stand die erste Nacht bevor. Zum Schlafengehen durften alle Kinder abends mit Bettdecke, Kuscheltier und was man halt so braucht nochmal in unseren Gruppenraum und es gab eine Gutenacht-Geschichte, ein Kapitel aus „Emma und der blaue Dschinn“. Sehr schöne Geschichte und bei den lustigen Begebenheiten wurden auch die ersten Kinder schon müde.
Samstag früh – wir saßen beim Frühstück, da kam doch ein Baum zur Tür herein und eröffnete unseren Feen, Zauberer und Elfen-Tag. Erst mal Lager bauen, ab in den Wald. Zum Glück konnten wir den Streit der Parteien niederlegen, uns mit dem bösen Zauberer (der eigentlich gar nicht böse ist) versöhnen und ein Fest am Lagerfeuer bei Stockbrot und Musik feiern.
Sonntag haben wir es tagsüber etwas ruhiger angehen lassen. Vormittag haben wir Kindergottesdienst gefeiert und am Nachmittag einen Naturnachmittag veranstaltet: die Kinder konnten mit Naturmaterialien Bilderrahmen verkleiden oder sich Henna-Tattoos malen lassen u.v.m. Wild gings dafür wieder am Abend her, denn es stand „Schlag den Mitarbeiter“ auf dem Programm. Es war sehr, sehr knapp, aber unter frenetischem Jubel den man bis Oberasbach gehört haben muss haben die Kinder knapp, aber verdient gewonnen.
Am Montag zum Morgengrauen ertönten Indianerklänge durchs Haus! Nichts wie raus aus den Federn, und Indianerhäuptling Großer Kakadu sprach zu seinem Indianerstamm, der fliehen muss um sich ein neues Lager zu errichten. Wir verbrachten den ganzen Tag draußen, jagten unser Essen (die armen Büffel), bauten Bögen und errichteten unser Lager. Und dann musste der kleine Indianerstamm auch noch den Häuptling retten, weil der sich blöderweise vergiftet hatte. Aber auch das ist gelungen und der ganze Stamm mitsamt Häuptling war gerettet. Was ein Grund zum Feiern war bei Eintopf, Stockbrot und Indianer-Lagerfeuer. Ok, wir sind moderne Indianer gewesen: Marshmellows gabs auch 🙂
Was auf einer Kinderfreizeit natürlich auch nicht fehlen darf: Fußball spielen. Das gabs tagtäglich, am Dienstag haben wir aber ein ganzes WM-Turnier ausgerichtet. Peru, Costa Rica, Panama und Island traten gegeneinander an. Vormittags liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Flaggen malen, etwas über das Land erfahren, natürlich Trainingslager…und am Nachmittag ging es dann rund. Wir hatten alles: Spielentscheidungen in der Nachspielzeit, Elfmeterschiessen, Flitzer auf dem Feld, eine geniale Stimmung mit Vuvuzela und Kommentator, und am Ende gewann Peru verdient 3:0 gegen Costa Rica. Nur im Gaudispiel konnten sich die Mitarbeiter nach der „Schlag den Mitarbeiter“-Niederlage revanchieren und gewannen mit 5:1 haushoch gegen die Kinder. Die das aber wirklich gelassen hinnahmen – echt faire Sportsmänner und -Frauen! Insgesamt muss man aber sagen war die Freizeit sehr harmonisch, es gab kaum Streit, man half sich untereinander und das bekamen die Kinder am Mittwochabend nochmal vor Augen geführt: unsere Gemeinschaft auf der Freizeit funktioniert deshalb so gut, weil jeder ein Teil des großen Ganzen ist. „Ein Leib – viele Glieder“ heißt es in der Bibel. Allein ist es manchmal schwer, aber wenn jeder sein Talent und seine Stärken mit einbringt, dann sind wir gemeinsam stark.
Am Mittwoch kamen die Piraten – und der Piratenkapitän erzählte den Kindern von einem Schatz…nur dass sie vergessen haben wo er ist. Es musste erst mal eine Piratenausbildung her. Und Augenklappen. Und so Piratenzeug halt wie Taue ziehen und die Leiter zum Ausguck hochklettern. Und dann machte man sich auf die Schatzkartenschnipsel im Wald zu finden und zusammen zu puzzeln um endlich an den Schatz zu kommen. Am Abend – unser Quiz war gerade vorbei – stand völlig unverhofft der Förster in der Tür. Anscheinend ist sein Wald vergiftet, und er bat die Kinder in stockdusterer Nacht ihm zu helfen seinen Wald zu heilen. Alle Kinder waren wild entschlossen – manchen war es dann aber doch zu gruselig und einige hielten im Haus die Stellung und hörten Geschichten an. Gruselig war es wirklich – denn da waren doch viele Geräusche im Wald zu hören. Sogar einige Mitarbeiter hatten Angst 🙂 Eine Truppe ehemaliger Mitarbeiter der Evang. Jugend hatte sich doch tatsächlich im Wald versteckt und bereitete uns eine echt coole Gruselnacht. Für die Kinder im Nachhinein DAS Highlight der Freizeit. Und: wir haben es natürlich geschafft den Wald zu heilen, was den Förster sehr gefreut hat. An der Stelle: vielen Dank an das Überfall-Team, das war klasse!
Nach der aufregenden Nacht ließen wir es am Donnerstag, unserem letzten Tag sehr entspannt angehen. Mit Brunch gings los, die Kinder hatten Zeit sich für den bunten Abend vorzubereiten oder einfach Brettspiele zu spielen, oder einfach mal tun und lassen was man mag. Und abends war dann Showtime: die Kinder präsentieren ihre Talente: Zaubertricks wurden aufgeführt, Tanz- und Musikeinlagen dargeboten, Quiz organisiert, und auch die Mitarbeiter haben mit „Schlaflos durch die Nacht“ in Helene-Fischer-Manier ihr selber getextetes Freizeitlied aufgeführt. Da war einiges dabei, und wir hörten zum Abschluss noch das Ende unserer Gutenacht-Geschichte.
Freitag früh hieß es dann Aufräumen, Zimmer herrichten und Chaos beseitigen. Die Kinder halfen alle gut zusammen, und so konnten wir während wir auf den Bus warteten bei einer großen Abschlussrunde abfragen wie es den Kindern gefallen hat und jeder jeden nochmal gesehen und verabschiedet hat.
Alles in allem war es eine fantastische Freizeit, und viele Kinder haben schon bekundet, dass sie auch nächstes Jahr unbedingt wieder mit müssen. 2019 geht es nach Effelter Mühle bei Kronach, dazu kann man sich jetzt sogar schon anmelden. Und die ersten Anmeldungen sind schon da. Scheint so, als ob die Mitarbeiter (die sich wirklich ins Zeug gelegt haben!) alles richtig gemacht zu haben.
Ein großes Dankeschön den vielen Mitarbeitern der Evangelischen Jugend, ihr habt das wirklich spitze gemacht, und explizit an unsere beiden Köchinen Erna Ludwig und Irmgard Bauer: uns hat es allen sehr gut geschmeckt! Vielen Dank!

Bildergallerie

2018-09-13T10:36:40+00:00